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Sonntag, 14. November 2010

GP Abu Dhabi: Also doch Sebastian Vettel

Sebastian Vettel löst Lewis Hamilton als den jüngsten Formel 1 Weltmeister aller Zeiten ab. Ferrari vergeigt die Strategie, die beiden McLarens zeigen sich noch das letzte Mal stark und Mark Webber geht die Luft aus. 

Irgendwann musste es ja passieren. Irgendwann hätte die Stunde, in der Sebastian Vettel Weltmeister wird, sowieso geschlagen. Leider (Sorry, aber wenn Heiko Wasser super-subjektiv sein kann, darf ich es erst recht. Mir schauen/hören keine Millionen von Menschen zu. Wem es nicht gefällt … die Tür ist weit offen.) ist es bereits heute passiert. Und leider hat Ferrari ihm den Titel, man kann es ja offen sagen, geschenkt. Schon gestern in der Qualifikation, wenn man darüber nachdenkt. Und die heutige misslungene Rennstrategie war nur die Krönung. Fernando Alonso endete nur als Siebter und leider hat es nicht gereicht, um das dritte Mal Weltmeister zu werden. Mark Webber hat es scheinbar schon vor dem Rennen aufgegeben, denn er hat sich im Rennen überhaupt nicht aggressiv oder angriffslustig gezeigt. Und das Schlimmste was, ja das Allerschlimmste war, dass Adrian Sutil, wenn man darauf hofft, keinen Mist gebaut hatte. Man kann sich aber auf nicht und niemanden mehr verlassen. 

Die Qualifikation
Eigentlich ist hier schon 90% der Mission „Titel holen“ schief gelaufen. Für Ferrari und Alonso. Die Startposition numero tre war eigentlich keine schlechte Ausgangslage, aber auch keine sehr gute. Nicht vor diesem Rennen, wo es um so viel ging: um die ganze Metzgerei und nicht nur um die Wurst. 


Die Ergebnisse: 

1.    Sebastian Vettel                    1:39.39417
2.    Lewis Hamilton                      1:39.42519
3.    Fernando Alonso                   1:39.79221
4.    Jenson Button                         1:39.82323
5.    Mark Webber                         1:39.92520
6.    Felipe Massa                         1:40.20219
7.    Rubens Barrichello                1:40.20326
8.    Michael Schumacher             1:40.51620
9.    Nico Rosberg                         1:40.58925
10.  Vitaly Petrov                          1:40.90121
11.  Robert Kubica                        1:40.78013
12.  Kamui Kobayashi                  1:40.78314
13.  Adrian Sutil                            1:40.91418
14.  Nick Heidfeld                         1:41.11317
15.  Nico Hulkenberg                    1:41.41818
16.  Tonio Liuzzi                             1:41.64218
17.  Jaime Alguersuari                  1:41.73818
18.  Sebastien Buemi                   1:41.82411
19.  Jarno Trulli                              1:43.51611
20.  Heikki Kovalainen                  1:43.71211
21.  Timo Glock                             1:44.09510
22.  Lucas di Grassi                      1:44.5109
23.  Bruno Senna                           1:45.08510
  1. Christian Klien                            1:45.29610
Das Rennen
In einem wenig actionreichen, aber dafür strategisch umso interessanteren Grand Prix von Abu Dhabi sicherte sich Sebastian Vettel heute nicht nur den Sieg, sondern auch den ersten deutschen Fahrer-WM-Titel seit Michael Schumacher im Jahr 2004.

"Danke, Jungs - das ist unglaublich! Ich liebe euch", schluchzte Vettel unter Tränen, als er nach genau 1:39:36.837 Stunden und 55 Runden die Ziellinie auf dem Yas-Marina-Circuit überquerte und sich damit seinen großen Lebenstraum erfüllte.

Ferrari half mit einer taktischen Fehlentscheidung zwar nach, aber Vettel lieferte seinen Part absolut makellos ab, dominierte Qualifying und Rennen von der ersten bis zur letzten Runde. Der nunmehr jüngste Formel-1-Weltmeister aller Zeiten machte vom Start weg alles richtig: Als die Lichter der Ampel ausgingen, kam zwar Lewis Hamilton (McLaren) marginal besser von der Linie weg, aber Vettel zog von außen entschlossen in die erste Kurve hinein und verteidigte seine Pole-Position letztendlich doch souverän. Dahinter blieb zunächst alles ruhig, aber Fernando Alonso (Ferrari) büßte eine Position gegen Jenson Button (McLaren) ein.

Vettel und Hamilton setzten sich von Anfang an leicht von den Verfolgern ab, aber die WM-Entscheidung passierte dahinter. Denn Mark Webber (Red Bull) kam an fünfter Stelle liegend nicht einmal annähernd an Alonso vorbei und musste etwas ausprobieren, um seine Titelchancen zu wahren. Also holte ihn das Team schon in der elften Runde an die Box - was im Nachhinein betrachtet eine Kettenreaktion zu Vettels Gunsten auslöste.

Denn aus Angst, dass Webber mit frischen Bridgestone-Mediums die entscheidenden Sekunden gutmachen könnte, um an Alonso vorbeizukommen, reagierte Ferrari und stoppte in der 13. (Felipe Massa) beziehungsweise 15. Runde (Alonso) ebenfalls. 

"Es war kein einfaches Rennen für uns, schon am Start habe ich eine Position gegen Button verloren", seufzte Alonso nach dem Rennen. Das Problem sah so aus: Alonso kam nach seinem (zu frühen) Boxenstopp hinter Nico Rosberg (Mercedes) und vor allem Vitaly Petrov (Renault) wieder auf die Strecke, die ihren Reifenwechsel schon während der Safety-Car-Phase zu Beginn absolviert hatten und damit echte Positionsgegner waren. Fakt ist: Ferrari hat es meisterlich vergeigt. Sogar die kleineren Teams wunderten sich, warum Alonso so früh in die Box kam. Alle dachten, er hätte Probleme mit dem Auto! Das sagt doch alles, oder?

"Ich kam nicht an Petrov vorbei, weil ich nicht genug Topspeed hatte", sagte der Spanier. Alonso lag boxenstoppbereinigt an sechster Stelle im Rennen, später sogar nur noch an siebter, weil Robert Kubica (Renault) durch einen extrem langen ersten Stint Positionen gewann. Um Weltmeister zu werden, wäre aber Platz vier erforderlich gewesen! "Ich weiß, du gibst dein Bestes, aber es ist entscheidend, dass du überholst", funkte Alonso-Renningenieur Andrea Stella. Pffffuuuu!! Meine Herren! Als ob er das nicht selber wüsste! 

 
"So ist der Sport. Ich gratuliere Sebastian zum WM-Titel", zeigte sich der Ferrari-Pilot aber als fairer Verlierer.

Fünf Fahrer führten lagen in der Fahrer-WM 2010 in Führung, nur Vettel nicht - aber ausgerechnet beim Saisonfinale drehte er den Spieß um. Vettel kam in Runde 24, einen Umlauf nach Verfolger Hamilton, an die Box - und hatte Riesenglück, dass er nicht nur vor dem Briten, sondern auch vor Kamui Kobayashi (Sauber) und Kubica auf die Strecke zurückkam. Der Red-Bull-Pilot vergrößerte seinen Vorsprung trotz Problemen mit dem Boxenfunk auf über zehn Sekunden und fuhr den Sieg anschließend sicher ins Ziel. Damit war sein Teil der Mission einmal erledigt.

Hinter Vettel kamen die beiden McLaren-Piloten auf den Plätzen zwei und drei ins Ziel, wobei Button einen langen ersten Stint fuhr und damit am Ende auf frischen Reifen glänzen konnte. Rosberg wurde dank des cleveren Boxenstopps während der Safety-Car-Phase Vierter, Kubica Fünfter, Petrov Sechster, Alonso Siebter und Webber Achter. Der Australier war im heutigen Saisonfinale von allen vier WM-Kandidaten am unauffälligsten.

Bereits in der achten Runde streifte Webber beim Yas-Hotel die Leitplanken, anschließend hatte er einfach nicht den Speed, um Alonso zu attackieren. Sein früher Boxenstopp hätte theoretisch aufgehen können, wurde aber ausgerechnet von Jaime Alguersuari im Toro Rosso zunichtegemacht, der ihn drei Runden lang aufhielt. Der junge Spanier profitierte davon freilich selbst und sammelte als Neunter zwei WM-Punkte. Massa wurde Zehnter.


Alles, was dahinter passierte, ging im taktisch spannenden WM-Kampf völlig unter. Die Zielflagge sahen 21 von 24 gestarteten Autos; Timo Glock (Virgin) rollte in der 44. Runde mit einem technischen Defekt aus, Schumacher und Vitantonio Liuzzi kollidierten in der ersten Runde: Schumacher drehte sich in Kurve sechs, als Rosberg gerade innen an ihm vorbeiziehen wollte, und anschließend konnte der völlig unschuldige Liuzzi nicht mehr ausweichen.

In der bereits in São Paulo entschiedenen Konstrukteurs-WM gab es heute keine Verschiebungen mehr. Bei den Fahrern setzte sich Vettel mit 256 Punkten vor Alonso (252) und Webber (242) durch. 

Der Sieger


Na gut, Sebastian Vettel hat es sich verdient. Er hat es fair (da ist ja immer so ne ziemlich relative Sache aber gut) gewonnen. Keiner hat daran geglaubt, als der Heppenheimer im Laufe der Saison immer öfter vom Pech geplagt wurde und immer mehr Fehler machte. Er schien immer an den Titel zu glauben, was aber klar ist, weil wen einer an sich selber nicht mehr glaubt, hat man schon so gut wie verloren. Nach dem der erste Ärger und Frust be mir ein klein wenig verflogen ist gönne ich es dem Sebastian. Klar, habe ich eine andere Wahl? Jeder ist besser als Michael Schumacher, von daher … Ich kann mir nur ein sehr, sehr, sehr klein wenig vorstellen, wie er sich jetzt fühlen muss. 

Glückwunsch Sebastian, Du hast es dir (anscheinend) verdient. Lass es krachen und genieße es, solange du noch kannst, den im nächsten Jahr schlägt der Asturier aus Oviedo zurück. Stärker denn je. Oh, ja. Du wirst Augen machen. Alle werden Augen machen! Man soll ja niemals aufgeben, gell? Eben. 


Aus deutscher Sicht war es ein perfektes Rennen mit dem perfektesten Ausgang, den man sich ausmallen konnte. Und aus meiner Sicht: Wann ist das nächste Rennen? Ein kleiner Lichtblick für mich: Jaime Alguersuari endete als Neunter. Zumindest etwas.

In Zahlen sieht das Saisonende 2010 so aus: 

1.    S. Vettel                       256 Punkte
2.    F. Alonso                     252
3.    M. Webber                  242
4.    L. Hamilton                  240
5.    J. Button                      214
6.    F. Massa                     144
7.    N. Rosberg                 142
8.    R. Kubica                    136
9.    M. Schumacher            72
10.  R. Barrichello               47

So, das war dann die Saison 2010/11. Es war spannend als wir erwartet hätten und leider, leider zu schnell vorbei. Doch die Zeit vergeht schnell und schon bald sehen wir die Jungs wieder: am 11. März in Bahrain. 

Ah und noch etwas: Tschüß Heiko Wasser! Es war nicht schön mit Dir und ich freue mich auf die Monate ohne Dich! 


2 Kommentare:

  1. Diese Saison war aber auch wirklcih richtig spannend. An den Sieg von Sebastian Vettel wollte ich ja gar nicht mehr glauben, aber zusammen gezählt, wird ja wirklich erst am Schluss.

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  2. Das Stimmt, Katrin. Bis zum Ende war es fast unerträglich spannend. Schon wider haben wir bestätigt bekommen, dass jeder Punkt zählt. Danke für's Lesen! :-)

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