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Donnerstag, 2. September 2010

GP Belgien: Der Crash Boy schlägt zurück

Drei Regenschauer, zwei Safety-Car-Phasen: Lewis Hamilton triumphiert vor Webber und Kubica. Sebastian Vettel verliert Nerven und säet Chaos. Ein Rennen zum Vergessen für Alonso und Button und eh … jetzt kommt’s! Sutil der beste Deutsche.
Das Wichtigste aus den belgischen Ardennen in knapp vier Sätzen, aber natürlich war dort noch viel mehr los, denn SPA enttäuscht nie. Erst muss aber die Schlagzeile erklärt und verarbeitet (oh, ja) werden. Ein besonders wichtiges Rennen war es für Rubens Barrichello: Der Brasilianer startete das 300ste Mal und ist der alleinige Rekordhalter. Keiner vor ihm ist so oft gestartet, aber angesichts der Tatsache, dass die F1-Fahrer immer jünger werden, kann dieser Rekord irgendwann mal geknackte werden. Doch bis dahin: Respekt, Rubens! In seinem 300. GP hatte Rubens jedoch kein Glück: Für den 38-Jährigen war das Rennen nach wenigen Kurven gelaufen. Zum Glück feierte er seine Rekordteilnahme schon am Donnerstag im Williams-Motorhome.   
Lewis Hamilton
Dann war da natürlich der Sieger, der ist ja auch wichtig bei so `nem Rennen. Lewis Hamilton gewann souverän das ein wenig chaotische Rennen in der Belgischen SPA, wo ausnahmsweise nur ein wenig geregnet hat, aber schon die paar Tropfen reichten, um ein Durcheinander zur veranstalten. Obwohl, nicht nur das Wetter sorgte für Chaos: Sebastian Vettel wollte einmal auf Takuma Sato machen und fuhr alle auseinander. Kein Wunder, dass Adrian Sutil so schnell fuhr, der wollte einfach fliehen und heil bleiben! Ekhm … ausnahmsweise war er nicht derjenige, der Blödsinn machte. Endergebnis: der beste Deutsche vor Nico Rosberg und Michael Schumacher. Oh, ich spüre die Kopfschmerzen kommen … 
Die Qualifikation  
Am Samstag passierte nichts Neues: Mark Webber holt sich erneut die Pole, in 1:45.778 Minuten. Die Serie des Australiers hält: Bis auf den Kanada-GP in Montreal stand in dieser Saison immer ein Red Bull auf der Pole Position. So auch in Spa-Francorchamps, das eigentlich als McLaren-Strecke gilt.
Neben Webber startete im Rennen Lewis Hamilton aus der ersten Reihe. Der McLaren-Pilot schnappte sich in letzter Sekunde Platz 2 vor Robert Kubica. Sebastian Vettel rundete die zweite Startreihe ab. Jenson Button und Felipe Massa standen in Reihe 3. Die Top-10 komplettierten Rubens Barrichello, Adrian Sutil, Nico Hülkenberg und ein enttäuschter Fernando Alonso.




Die beiden Mercedes-Piloten scheiterten am Einzug ins Q3. Michael Schumacher belegte Platz 11, Nico Rosberg Platz 12. Beide erhalten jedoch eine Strafe: Schumacher muss wegen des Barrichello-Manövers von Budapest 10 Plätze zurück, Rosberg verliert wegen eines Getriebewechsels nach dem 3. Training 5 Plätze.
Die kleinen Teams hingegen schnitten ziemlich gut ab. Jaime Alguersuari und Sebastien Buemi endeten auf den Plätzen 13 und 15; der zweite Force India mit Vitantonio Liuzzi hinterm Steuer platzierte sich dazwischen auf P 14; die beiden Lotus von Heikki Kovalainen und Jarno Trulli landeten auf P16 und 18. Dazwischen das Virgin von Timo Glock. Sein Teamkollege Lucas di Grassi scheiterte bereits im Q1 und wurde 23. Samstag war kein guter Tag für die Saubers. Kamui Kobayashi war wieder schneller als sein Kollege Pedro de la Rosa: Plätze 19 und 22. Das Hispania Racing Team (HRT) haben ebenfalls wieder das Schlusslicht gebildet: Bruno Senna auf Platz 20, Sakon Yamamoto gleich dahinter.
Der letzte der Letzten war Vitali Petrov in seinem Renault, der sich drehte, eine Rot-Phase verursachte und gleichzeitig den Arbeitstag spektakulär, aber ohne Erfolg, beendete. Abgedreht, Mann …! *grins*

Das Rennen
Der gute, alte und unvergessene Juan Pablo Montoya sagte einmal: „In SPA musst du Eier haben“. Und er hatte natürlich recht. Monty weiß halt, was Sache ist. Keine andere Piste bietet ähnliche Schlussstellen, in denen man mit Risikobereitschaft viel Zeit gewinnen, aber auch alles verlieren kann. Bei den vergangenen GP von Belgien war gut ein Drittel der 44 Runden absolviert, als Sebastian Vettel die Geduld verlor. 17 Runden lang fuhr er Jenson Button hinterher und irgendwann hatte er die Schnauze voll. Doch bei dem Überholversuch verlor der junge Heppenheimer die Kontrolle über seinen Red Bull und kassierte den amtierenden Weltmeister mit Krach und Rauch. Für das Opfer war das Rennen gelaufen, Vettel schaffte es noch in die Box und dann zurück auf die Piste. Doch das war noch nicht das Ende des Seb Show: Eine Durchfahrtsstrafe und ein Reifenschaden waren noch im Programm und die WM-Punkte hat wieder mal ein anderer mitgenommen. Sebastian Vettel fuhr in Belgien so, als ob es sich um Stock Car Rennen handelte: Wo er auch auftauchte gab es Krach, Rauch und Chaos. Der neue Sato? Der Neue Sutil? Apropos … der Letzte endete auf P5, als bester Deutscher. Das muss man sich erstmal durch den Kopf gehen lassen und fragen: Was ist los mit dieser Welt? Warum passiert so etwas? Hat es Quarks noch nicht untersucht? Wurde noch nicht … Errr ... zurück jetzt zu den wichtigen Sachen, wie wollen hier nicht depressiv werden … 


Ein kurzer Schauer löste bereits in der ersten Kurve eine Massenkarambolage aus. Beim Neustart nach der ersten Safety-Car-Phase schob sich Vettel (oh ha! Unfallfrei!) an Renault-Pilot Robert Kubica vorbei auf Platz drei. Aber nicht für lange. Der immer wieder angekündigte große Regen kam erst in der 35. Runde und das nur auf einem Ende der Strecke; auf den anderen schien noch fröhlich die Sonne. SPA halt … unberechenbar wie Sebastian Vettel, zumindest in diesem Rennen. Passt also, oder? Vielleicht sollte er sein derzeitiges Wohnort Schweiz für Belgien tauschen? Dann hätte er … Aber ich schweife heute immer wieder vom Thema ab. Alles wegen Adrian … ah, ja …
In der Boxengasse wurde es hektisch, die Reifen wurden gewechselt, Mechaniker wurden überfahren (R. Kubica), man beeilte sich und hetzte, aber bringen tat es nicht mehr viel, weil die Plätze an der Spitze bereits in die festen Hände vergeben worden sind. Daran konnte auch die zweite Safety-Car-Phase nichts mehr ändern.
Das Urteil nach Ablauf der 44 Runden: Hamilton, dann Webber (zur Abwechslung mal Zweiter) und dann Robert Kubica.  


 Mark Webber; Lewis Hamilton und Robert Kubica. Den Mann mit der Glatze kenne ich nicht.
Ein Rennen zum Vergessen auch für Fernando Alonso. Noch nie hat er in Belgien gewonnen und auch diesmal sollte es halt nicht werden. Ein Fahrfehler in der 38. Runde kostete ihn wieder wertvolle Punkte. Der Spanier macht in dieser Saison viel zu viele Fehler, genau wie Vettel. Was bei den einen wegen des jungen Alters zur verstehen gewesen wäre, ist bei den anderen eher seltsam. Alonso verfügt über enorme Erfahrung und eigentlich sollte er im Ferrari bei jedem Rennen nur so mit der Leistung glänzen und blenden, aber diese Fehler, die er sich leistet … dürfen eben nicht mehr passieren, wenn er noch ernsthaft über den Titel nachdenken möchte. Es sind nur noch sechs Rennen zu fahren. Fer, reiß dich zusammen. Druck musst du dir nicht mehr machen, bleib einfach cool, vale? Und hey! Mach Dir keine Sorgen, ich bleibe Dir doch treu. *zwinker* *grins* Felipe Massa, der zweite Ferrari-man hatte hingegen einen sehr guten Tag: Platz 4. Und der wirkte auch nicht mehr so verbittert, wie letztens.     
 
Alonsos "fliegende" Runde.
Alonsos jüngerer Kollege im Feld, Jaime Alquersuari fuhr ein fantastisches Rennen und Platz 10 war schon zum Greifen nah, aber dann machte der Chico etwas Blödes: Er kürzte eine Schikane unerlaubt ab. Zack! Schon war die 20-Sekunden-Strafe da und der 10.Platz futsch. Ah, Mensch … der zehnte Platz ging an den Force India von Vitantonio Luizzi, Jaime wurde 13er. Sein schweizer Teamkollege, Sebastien Buemi landete direkt vor seiner Nase auf Platz 12. Direkt davor, auf Platz 11 endet Pedro de la Rosa in seinem Sauber. Tolle Leistung von dem alten … errr … älteren Herrn und allgemein vom Sauber. Kaumi Kobayashi, der zweite Sauber-Pilot endete noch besser weil auf Platz 8. Saubere Leistung, gell? *zwinker*
Der zweite Renault, gefahren von Vitaly Petrov, fand sich am Ende des Tages auf Platz 9. Eine kleine Genugtuung nach der verkorksten Qualifikation und eine sehr gute Bilanz für das ganze Team. Es geht sichtbar aufwärts bei den Franzosen und das tut gut, vor allem, weil es in den letzten Jahren nicht so viel bei denen zu lachen gab. Zumindest was das Racen angeht.
Mercedes GP? Plätze sechs und sieben. Ganz OK. Ich freue mich, wie immer, für Nico (der, übrigens, von Sebastian Vettel als die schönste Frau im Paddock bezeichnet worden ist *LOL*), weil er den K********** Schumi überholte.
Was war den bei den „neuen“ Teams so los am Sonntag? Für Rubens Barrichello (Williams) war es ein sehr kurzer Arbeitstag. Nico Hülkenberg hat den zweiten Boliden zwar heil hause gefahren, Punkte gab es jedoch nicht: nur Platz 14. Virgin Racing? Plätze 17 (Lucas di Grassi) und 18 (Timo Glock).
Lotus? Platz 16 ging an Heikki Kovalainen und Jarno Trulli musste sich mit den 19. Vergnügen. Mehr zu sagen gibt es da nicht …
Ah, HRT wäre da noch. Ja, Bruno Senna viel leider aus dem Rennen (Defekt) und Sakon Yamamoto landete auf den wenig glorreichen letzten (20.) Platz. Ich lasse das jetzt Mal so, die HRT-Jungs haben schon genug zum Kauen …
Der Sieger
Der Lewis, he? Hätte ihm das jemand am Anfang der Saison zugetraut? Wird er der lachende Dritte, der vom Streit der Bullen und Patzer der anderer Titelanwärter profitiert? Wird er sich den zweiten Titel holen? Nun, noch gibt es sechs Rennen zu fahren, aber die Chancen sehen für ihn sehr gut aus. Bei dem Jenson Button sieht es schon mal Schlechtes aus. Nichts ist verloren. Noch nicht. Aber … Weltmeister kann nur der werden, der immer dabei ist, am wenigsten Fehler macht und konstante Leistung bringt. Und Lewis, das muss man ihm jetzt lassen (Perdoname, Fernando, aber es ist nun mal so …), hat bis jetzt die konstanteste Leistung gebracht. Das muss man jetzt so Mal sagen. Auch wenn es manchen (ekhm …) wehtut.   
In SPA strahlte er wie die Sonne, dich sich hinter den dicken Wolken versteckt hat und genoss den Sieg. Das sieht man doch gerne. Ausnahmsweise kein langes Vettle-G’sicht auf dem Podium. Mur lachende Männer. Na gut, Robert lachte nicht, aber der lacht nie; was das angeht, ist er noch schlimmer als der Kimi. Wenn Hamilton weiter so fährt, ist der Titel so gut wie in der Tasche. Na ja, ich bin die Letzte, die es ändern kann … Oyes, Senor Alonso? Pues …
Aus der deutschen Sicht: Wäre Sebastian auf dem Podium gelandet, wäre es ein perfektes Rennen. Aber so war es ein ziemlich gutes Stück Arbeit. Nun, es kann immer besser. Schlimmer aber auch …
Und aus meiner Sicht: Ah, hau ab! Es war doch zum Kotzen, was da ablief! Hoffentlich das letzte Mal, aber das sage ich mir immer und doch passiert es dann wieder. Eh …       
 Denk nach, Fernando, denk nach ...
Für die Weltmeisterschaft bedeutet der heutige Rennausgang, dass sich Hamilton und Webber ein bisschen von den restlichen drei Titelanwärtern absetzen können - auch nach dem Grand Prix von Italien in Monza in zwei Wochen wird auf jeden Fall einer der beiden in Führung liegen. Bei den Konstrukteuren läuft indes alles auf einen Zweikampf zwischen Red Bull und McLaren hinaus. Sechs Rennen vor Schluss steht es 330:329 ...
In der Fahrer-WM führt jetzt Lewis Hamilton (182) nach dreizehn von 19 Rennen mit drei Punkten Vorsprung auf Mark Webber. Ebenfalls noch Titelchancen haben Vettel (151), Button (147) und Alonso (141), da muss jetzt aber alle wie am Schnürchen laufen, denn Anderfalls … Titel ade! Massa ist Sechster (109) gefolgt von Robert Kubica (104) und Nico Rosberg (102). Adrian Sutil (45) ist Neunter. Die Top-Ten rundet Michael Schumacher ab (44).         
Bei den Konstrukteuren führt Red Bull (330) vor McLaren (329), Ferrari (250) und Mercedes (146).   
Und wir sehen uns schon in paar Tagen auf der Ferrari-Heimstrecke in Monza. Ciao!       

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