Wo ein Anfang ist, ist auch ein Ende. Und so musste der letzte Tag in Liverpool auch irgendwann kommen. Leider auch viel zu schnell. Wie immer, wenn es schön ist. Um 17:00 hatte ich einen Bus zum Flughafen Manchester, wo um 20:15 mein Flug nach Köln ging. Ich hatte also noch einen fast ganzen Tag für die Stadt des Mersey Beats.
Ursprünglich wollte ich denn letzten Tag in Manchester verbringen, aber ich wollte Liverpool noch nicht verlassen. Ich wollte noch so lange wie möglich dort bleiben. Und ich habe noch nicht alles gesehen … Ich packte also schnell meine Sachen, frühstückte und machte mich auf den Weg. Tricky Ricky habe ich natürlich auch nicht vergessen … :-9
Eine Bustour durch die zweite Hälfte der Stadt wurde geplant. Aber erst … Erst musste ich noch das letzte Mal zum Albert Dock. Ich musste mich noch verabschieden.
Es tat weh. Aber ich komme wieder … hoffentlich … eh … *seufzer*
Auf dem Weg zum Bahnhof habe ich mir noch die Bold Street und die Wood Street genauer angeschaut. Erst aber musste ich noch über die Kreuzung und diese befindet sich vor dem Gebäude, dessen Dach 1962 Schauplatz eines ungewöhnlichen Beatles-Konzertes wurde: Es ist das Lewis‘ Store. Eine Zeit lang arbeitete dort Paul auch als Aushilfsfahrer. Jeden Tag musste ich an diesem Gebäude vorbei, aber erst am letzten Tag wurde mir bewusst, was für eins es ist …
Die zwei Straßen (Bold und Wood Street) haben eigentlich nichts Besonderes, was man sehen musste, vor allem abends sind sie relativ ruhig, weil die Partys in der Querstraße, The Slater Street, steigen. Tagsüber ist vor allem The Bold Street eine pulsierende Ader mit unzähligen kleinen Geschäften, Bucherläden, Secondhand-Läden, Imbissen, kleinen und großen Cafés, gemütlichen Ecken, wo man sich mit einem Buch, oder ohne, hinsetzten und Tee schlürfend das Treiben auf der Straße beobachten kann. Ich fühlte mich, als ob ich tatsächlich dazugehörte. Es war ein tolles Gefühl. :-9

In der Wood Street hingegen wird es erst am Abend lebendig. Die Mathew Street hat ihrem nostalgischen Flair, aber in der Wood Street treffen sich die meisten jungen Leute. Vor allem am Wochenende. Wurde mir zumindest von einem Scouser gesagt. :-9 In der Woche mag die Wood Street eher ruhig sein, aber am Weekend explodiert dort das Leben. Eine Mischung aus Universitätspubs, kleinen und großen Kneipen, edlen, modernen, einfachen und Theme-Pubs, Discos, die fast jeden Musikgeschmack bedienen etc, macht die Straße so außergewöhnlich.
Noch kurz wollte ich auf der Slater Street vorbeischauen, denn dort gibt es den Jacaranda Club, eine der Lieblingskneipen der Beatles während ihrer Studentenzeiten. Der 1996 renovierte Klub hat mit dem der Beatles allerdings nicht mehr viel zu tun (sagte mir ein Scouser :-9), aber die Geschichte ist immer noch in der Luft. Richard Batty und seine Band spielen dort auch auf regulärer Basis. So. Jetzt aber zum Bahnhof. Die Busse waren ziemlich voll, alle eilten zur Arbeit. Mit mir dazwischen. :-9 Einfach irgendeine Linie ausgewählt und ab geht’s! Endlich würde ich die Penny Lane sehen. Sie befindet sich in Liverpool 18, die bekannteste Straße der Welt … „Penny Lane is in my ears and in my eyes …“
… das eigentlich ein Platz ist: „The Penny Lane Roundabout“. Hier treffen sich verschiedene Straßen, deren kleinste eben die Penny Lane ist. Die im Lied besungene Bar findet man heute immer, ebenso die Bushalte. John ist dort um die Ecke aufgewachsen. Eine schöne Gegend.
Nach 2,5 Stunden habe ich ganz Liverpool gesehen und war wieder zurück im Zentrum. Im berühmten und modernen Liverpool One. Endlich hatte ich auch ein wenig Zeit für das Moderne der Stadt.
Eine Kaffeepause habe ich mir auch verdient. Liverpool One ist ein Einkaufsparadies mitten in der Stadt, mit mehr als 150 Läden und zwei riesigen Warenhäusern. Kleine Bars und Restaurants sollen den Einkaufsbummler Zwischenstopps auf dem Weg durch Glas und Beton ermöglichen und in so einer kleinen Bar habe auch ich eine Pause gemacht. Ahhhhh, lecker Kaffee … Noch einmal die Liverpooler Luft in Ruhe einatmen. Noch mal überlegen, was heute noch geht … Hmmm … Es war erst 13:00. Gleich wird in der Cavern gespielt. Bis circa halb fünf habe ich noch Zeit … Also nichts wie hin!
Noch dem John „Bye!“ sagen …
… und das letzte Mal (fürs Erste) ein wenig Musik in dem legendärsten Keller der Welt zu hören. Richard Batty spielte wieder und erinnerte sich, dass ich am Tag zuvor „In my Life“ hören wollte. Das spielte er mir noch zum Abschied. Cheers, mate! Ta a lot!
Und nach 2 Stunden musste ich schon weg. Auf dem Weg zum Busbahnhof lief ich noch am Stück Beatles-Geschichte vorbei: The Empire Theatre.
Liverpools größte Bühne gehörte zu den ersten Beatles-Spielstätten. 1965 gaben die vier Jungs hier ihr letztes Konzert in Liverpool. Hoffentlich war es nicht mein letztes Mal in Liverpool …
Einmal am Busbahnhof angekommen ging es alles wieder viel zu schnell. Einsteigen. „Tschüss!“ sagen …
Nach Manchester. Aussteigen. Einchecken. Abheben. Landen. Wieder in Köln …
Fazit aus dieser Reise? Nun, der ist ganz simpel:
Cheers!
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