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Montag, 23. August 2010

Es war einmal ein schlechter Verlierer …

… und sein Name war Flohr. Sven Flohr. Und er schrieb da einmal etwas, was mich zur Weißglut trieb. Ich musste es zweimal lesen. Ich konnte meinen, mit ausreichend Stärke bebrillten Augen, nicht glauben. Erste Frage war: Was hat der Mann für ein Problem? Die zweite Frage war: Warum wurde es gedruckt? Die Antwort auf die erste Frage war einfach: Der Mann HAT eindeutig ein Problem und der ist auch einfach zur erahnen: Er ist ein schlechter Verlierer. Diesen Film kenne ich, hatte wir schon Mal. Nur warum es gedruckt worden ist? I cannot tell me nor you.  

Aber liest erstmal selbst, was Sven Flohr schrieb („Welt am Sonntag“, Nr.34, 22.August 2010, Sport Seite 20):
 „Krake Paul hat diese Woche noch einmal nach Muscheln getaucht. Gesponsert vom englischen Verband hat er vorausgesagt, dass die Weltmeisterschaft 2018, oh Wunder, in England stattfinden wird. Es ist weit gekommen: Die britischen WM-Versager benötigen die Weissagungen von Deutschlands oberstem WM-Maskotchen, um ihr angeknackstes Selbstverständnis aufbauen zu können. Da hilft man doch gern. Zumal es den Fußballfans hierzulande an Selbstvertrauen derzeit wirklich nicht mangelt.“
Und sonst geht es Ihnen ganz gut, Herr Flohr, oder? Einem etwas vorzuwerfen, und dabei das Gleiche machen nur in einer anderen Form bzw. auf einem anderen Weg. Wer drückt den hier ein „angeknackstes Selbstverständnis“ aus? Ja ne, ist klar.
Der englische Fußball-Bund (The FA) wollte die Kampagne der WM-Kandidatur mit etwas Humor (den muss man aber erst verstehen, gell?) an den Mann bringen, und es somit attraktiver für die Massen gestallten. Nun, gelungen ist es ja, wie man anhand dieser verbitterten Zeilen merkt.
Es ist schon ziemlich arm, so in der Wunde rumzustechen, weil man ein schlechter Verlierer ist, oder? Da hat die FA, die Mannschaft und die Fans der Drei Löwen mehr Klasse gezeigt: offen zugegeben, dass die WM-Leistung zu schwach war, und dass Deutschland verdient gewonnen hat. Wäre ja blöd etwas anderes zu behaupten und da musste man durch, auch wenn es bitter und hart war. Aber einige deutsche Fans müssen ja noch weiter rumbohren, weil es ihnen der blinde und übertriebene Patriotismus nicht anders erlaubt. Einige können es ja nicht mehr, als mit den Fingern auf die anderen zu zeigen, um sich besser zu fühlen. Dabei hat Spanien das deutsche Team aus Südafrika nach Hause geschickt (aber das will man am besten verdängen, weil der Stolz leidet …) Für einige vorzeitig, für mich viel zu spät. Tja, ich habe damit nicht angefangen … 
Herr Flohr kann es einfach (immer noch) nicht aushalten, dass Jogis Elf without the golden ball nach Deutschland zurückgekehrt sind. Und Herr Flohr sucht jetzt (noch immer) einen Schuldigen. Da hat er sich aber den Falschen ausgesucht. Und Wehe … Wehe … (!!!) jemand kommt  mir hier jetzt mit dem Wembley-Toy angetanzt! Dann werde ich schlicht und einfach handgreiflich. Es sind sowieso meistens diejenigen, die keine Ahnung haben und nur drei Spiele in 4 Jahren schauen, und dann auf Experten machen wollen, weil sie die Geschichte des Wembley-Tores auf ARD oder ZDF gesehen haben. Und dann noch wahrscheinlich mit einem Auge … Es sind zwei verschiedene Geschichten, zwei unterschiedliche Fälle und überhaupt kein Grund zur Diskussion. Aber das muss man auch wissen, was viele nicht tun, weil sie vom blinden Patriotismus geblendet werden.  
Never felt as proud: Captain Steven Gerrard 

Und so wären wir wieder bei dem armen, armen Herrn Flohr, und seiner Wundenstecherei. „Angeknackstes Selbstverständnis“ … Dass ich nicht lache! „Die britischen WM-Versager“ … What a load of rubbish! Jogi und Co. haben auch viel Klasse nach ihrer Niederlage gezeigt, oder? Kann man nur stolz sein … Mann, mann, mann. Wie arm war das denn?
Wer nimmt sich hier also zu ernst? Vielleicht erstmal Nachhilfe im „Lustig sein wollen“ nehmen, und erst danach damit beginnen, Herr Flohr? Dann klappt’s auch mit dem Kommentar! 

Drawing: cartoonstock.com; photo: Fifa.com

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