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Montag, 5. Juli 2010

Haltet mich fest ...

Was musste ich mich wieder aufregen heute. Was haben die Zeitungen wieder für ‘nen Quark produziert. Ich frage mich ernsthaft, ob ich die Einzige bin, die die Sache anders sieht. Und die Sache ist die: Uruguay schlug Ghana im Elfmeterschießen und zog in die Halbfinale der Fußball-WM ein. Millionen von Zuschauer haben mitgefiebert. Millionen haben dieses Drama gesehen. Millionen! Luiz Suarez wehrte auf der eigenen Torlinie stehend einen Kopfball von Ghanas Dominic Adiyiah mit beiden Händen ab. Und wurde dafür bestrafft: Rote Karte für Suarez, Elfmeter für Ghana.
Die Afrikaner hatten eine Chance. Diese haben sie vermasselt. Asamoah Gyan hat es vermasselt. Verbock und verkackeiert! Hochkarätig! Und dafür wird jetzt dem Luiz Suarez die Schuld in die Schuhe geschoben. Jemand muss ja schuldig sein … Hand aufs Herz jetzt: Wer von den Millionen Zuschauer hätte nicht das Gleiche getan, wie Suarez? Es war ein Reflex um Himmelswillen! „Suarez hat eine Chance gesehen, seine Mannschaft in einem Moment der Aussichtslosigkeit durch eine bewusste Regelüberschreitung im Spiel zu halten, diese Chance hat er genutzt“, schrieb so einer … he? Sa’ma, haste sie noch alle? Glaubt jetzt wirklich jemand daran, dass in dem Moment, wo es für Uruguay um alles ging, um die Zukunft der Mannschaft in der WM, Suarez an die Regeln dachte??? Und wie man die überschreiten kann? Konnte sich noch locker eine Zigarette anzünden, eigentlich … So übelst viel Zeit, wie er da hatte. In dem Moment?! Der Junge war so auf den Ball fixiert und mit Adrenalin vollgepumpt, dass er wahrscheinlich nicht mal ans Atmen dachte. Es ging um alles. Da hat er nur das getan, was jeder vor uns in solcher Situation tun würde. Auch der … Dingsda, der es geschrieben hatte.
Den Uruguayer jetzt als Betrüger zu nennen ist eine Frechheit. Bodenlose! Und unverschämt ist es auch noch oben drauf. Und Gyan ist der Held. Weil er es verbockte, und vermasselte auf ganzer Linie. Seit wann gibt es denn so etwas? (Hmmmm…. Dann müsste Frank Lampard in England schon in jeder Stadt eine Skulptur stehen haben, so viele Penaltys, wie der schon verschoss …) Klar, es geht ja um Ghana. Und mann will ja immer politisch korrekt sein, wenn es sich um Afrika handelt. Bloß nichts Falsches sagen. Es geht hier, verdammt, um Fußball! Das ganze Gejammer: eee … es war die letzte afrikanische Mannschaft im Turnier … eee …. sie hätten es verdient (und die anderen nicht, oder was?) eee … weil Gastgeberkontinent … eeee … So bloody fucking … bloody what?!
Luiz Suarez hat handgespielt. Gut. Dafür wurde er bestrafft. Richtig so. Ghana bekam ihre Chance und der Einzug in die Halbfinale war schon fast sicher. Es war eine Chance auf einem silbernen Tablett geliefert! Und Ghana hat diese einmalige Chance nicht genutzt! Weil Gyan es nicht brachte. Der Druck war zu groß – das war es. Der Druck des Moments, der Erwartungen, der sich schreibenden Geschichte: Dies alles war für den Schützen zu viel. Kurz: ihm fehlten die Eier!
Und so gutherzig wie ich bin habe ich sofort eine Zehnerpackung Eier gekauft (von freilaufenden Hühnern, nicht dass sich jemand beschwert …). Das Päckchen geht heute per Post nach Ghana. Adressiert an Asamoah Gyan. Mit freundlichen Grüßen.

1 Kommentare:

  1. Genau so sehe ich das (wenn auch hier verspätet) auch! Selbst Oliver Kahn hat nach dem Spiel gesagt "auf der Torlinie denkst du nicht" (gut, danach kam ein "aber", aber er hat's gesagt!).

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