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Montag, 19. Juli 2010

GP Silverstone - Not bad for a driver number two

In einer Woche schon fährt die Formel 1 in Hockenheim. Die Teams packen bereits ihre Koffer (oder zumindest Waschen, Bügeln und Falten vor der Abreise) und ich habe noch nichts zum vergangen Rennen in Silverstone gesagt. Zumindest nicht hier. Eigentlich wollte ich nichts mehr sagen. Aus Protest. Weil mich die Geschmacklosigkeit des Managements im Hause Red Bull empört und entmutigt hat. Aber ich habe es nicht ausgehalten. So meinungslos ...



Silverstone ist immer ein besonderes Erlebnis. Weil man dort die Seele und pure Leidenschaft des Motorsports spürt und sieht. Weil in Silverstone der Motorsport geboren wurde. Weil Silverstone für die Formel 1 wichtig ist. Weil die Formel 1 in und für Silverstone wichtig ist. Weil Silverstone nicht nur das eine F1-Rennen im Jahr bedeutet; wenn Formel 1 in Silverstone fährt, ist es gleichzeitig ein Ereignis, ein Erlebnis und eine großartige Erfahrung. Silverstone ist Formel 1.


Ich kenne einen 22-Jahrigen „Petrol Head“ (so wird ein Motorsport-Fan in England genannt), der schon zehnmal in Silverstone dabei war, auch 2010. Nur 2009 konnte er leider nicht hin, weil der Big Boss Mister B. die Formel 1 lieber an den Arsch der Welt schickt - erstmal noch für Millionen eine Rennstrecke bauen lässt, obwohl in Europa ein Haufen Rennstrecken zur Verfügung stünden – wo sich keiner richtig für die F1 interessiert und keine Sau zum Rennen kommt; wo es nur um das Geld geht, nicht um die Leidenschaft für den Sport. Ich nenne jetzt keine Orte, ihr wisst schon welche ich meine.

Auf jeden Fall freute sich jeder, wirklich jeder, als Silverstone in den Formel-1-Kalender zurückkehrte. Me so was von included!


Und dann … Ja. Was soll ich dazu sagen? Die Geschichte über Vettels Frontflügel ist bekannt, deshalb spare ich mir die Worte, die Mühe und die Zeit. Aber es juckt mich unter’m Deckel. So ohne Kommentar kann ich es nicht belassen.


Red Bull tut sich  mit dem Pro-Vettel Management nichts Gutes. Es ist offensichtlich, dass der junge Deutsche bevorzugt wird und das Team kann es so oft widersprechen, wie es denen nur lieb ist, aber das Gegenteil wird denen niemand abkaufen. Die Istanbul-Geschichte könnte man noch als „Arbeitsunfall“ bezeichnen und verzeihen, aber dies war schon das zweite Mal. Und niemand nimmt es Mark Webber übel (außer ein paar deutschen Journalisten, für die Sebastian Vettel ein Heiliger ist), dass er sich benachteiligt fühlt und dass die Emotionen bei im kochen. Ich wäre auch sauer. Jeder wäre es. Stellt euch vor: Da fährt sich einer ein Stück vom Auto ab – aus Dummheit oder aus was auch immer – und Du bist derjenige, der dafür bestrafft wird. Da kommen die Spackos zu Dir und klauen dir dein Auto auseinander. Ich wäre ausgerastet!


Der Teamchef Christian Horner meinte, dass Sebastian den Flügel bekam, weil er mehr Punkte  in der Fahrerwertung hatte als Mark. Und dass es eine schwierige Entscheidung war, die jederzeit gleich ausfallen würde. Ach, wirklich? Denn jetzt hat der gute alte Mark mehr Punkte auf’m Konto als die Diva aus Heppenheim. Würde die Entscheidung jetzt tatsächlich gleich ausfallen? Dann wäre ja alles mehr als sonnenklar, oder?

Mark Webber in der Siegerpose

Natürlich kann Mark Webber nur wenig dagegen tun, außer sich aufzuregen. Er hat die Situation auf die beste Art und Weise gelöst: das ganze Feld in Grund und Boden gefahren und das Rennen gewonnen. Mit einem alten Flügel.


 „Nichts so schlecht für einen Nummer-zwei Fahrer“, sagte der Australier direkt nach den Rennen. Und da muss man nur zustimmen. „Ehrlich gesagt, hätte ich niemals einen Vertrag für das kommende Jahr unterschrieben, wenn ich geglaubt hätte, dass dies die Art und Weise ist, wie man vorgeht“, fügte er noch zu. Harte Worte. Ob es nur Ironie war? Hmmm …


Und Sebastian … Der ... Der sollte endlich erwachsen werden! Denn er ist das eigentliche Problem bei Red Bull. Sebastian kann einfach mit der Tatsache, dass ein Teamkollege es mit ihm auf der Strecke aufnehmen kann, nicht umgehen. Er ist ein schlechter Verlierer, eine Zicke, Diva und benimmt sich wie ein kleines verzogenes Kind. Langsam muss er sich mit der Situation abfinden, anders schadet er nicht nur seinem Ruf des Goldenen Jungen aber auch dem Image des Teams. Ich denke, dass die Bulls es nicht möchten ... Dann sollte das Kindergarten-Gedöns schleunigst aufhören. Ein echter Champion braucht keine Hilfe …

Genau wie sein Vorbild M. Schumacher (im Hintergrund), kann Sebastian Vettel nicht mit Stil verlieren.

Meine Herren … Dafür, dass ich nichts sagen wollte, habe ich ziemlich viel produziert. Ich wollte nur die Ergebnisse veröffentlichen und die Sache dabei belassen. Hmmm … Dabei habe ich nicht ein lausiges Wörtchen über Adrian Sutil verloren. Dieses Thema lasse ich jetzt aber wirklich liegen!

Ergebnisse GP Silverstone:

Position/ Fahrer/ Zeit


1.  M. Webber 1hr 24:38.200

2.  L. Hamilton +1.360

3.  N. Rosberg +21.307

4.  J. Button +21.986

5. R. Barrichello +31.456

6. K. Kobayashi +32.171

7.  S. Vettel +36.734

8.  A. Sutil +40.932

9.  M. Schumacher +41.599
10.  N. Hulkenberg +42.012

11.  V. Liuzzi +42.459

12.  S. Buemi +47.627

13. V. Petrov +59.374

14.  F. Alonso +1:02.385

15.  F. Massa +1:07.489

16.  J. Trulli +1 Lap

17.  H. Kovalainen +1 Lap

18.  T. Glock +1 Lap

19.  K. Chandhok +2 Laps

20.  S. Yamamoto +2 Laps

Nicht beendet haben:

  J. Alguersuari Lap 45

 P. De la Rosa Lap 30

 R. Kubica Lap 20

 Di Grassi Lap 10


WM-Stand:


Position/ Fahrer/Punkte


1.  Lewis Hamilton 145

2.  Jenson Button 133

3. Mark Webber 128

4.  Sebastian Vettel 121

5.  Fernando Alonso 98
6.  Nico Rosberg 90

7. Robert Kubica 83

8.  Felipe Massa 67

9.  Michael Schumacher 36

10.  Adrian Sutil 35

11.  Rubens Barrichello 29

12.  Kamui Kobayashi 15

13.  Tonio Liuzzi 12

14.  Sebastien Buemi 7

15.  Vitaly Petrov 6

16. Jaime Alguersuari 3

17.  Nico Hulkenberg 2

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