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Dienstag, 29. Juni 2010

GP Valencia: Bei den Bulls kracht es wieder

Sebastian Vettel hat mal wieder 25 Punkte geerntet, Fernando Alonso hat sich mächtig über Lewis Hamilton aufgeregt und Mark Webber stand ganz kurz Kopf.

So könnte man ganz kurz, schnell und kompakt das Rennen in Valencia zusammenfassen. Und eigentlich fiel es mir gar nicht schwer, denn ganz so viel ist dort nicht passiert. Abgesehen von dem spektakulären Unfalls von Mark Webber – der Gott sei Dank unversehrt davongekommen ist - war nicht viel los auf den streets of Valencia. Leider. So eine schöne Stadt. Schöne Kulisse. Schönes Land … Ah so, und Sebastian Vettel hat das Rennen gewonnen, vor Lewis Hamilton und Jenson Button. Das war’s dann aber auch schon. Wirklich.

Die Qualifikation
Nicht gesehen. Die habe ich leider verpasst, deshalb kann ich nichts dazu sagen. Meine Termine in der Stadt haben sich leider, wie ein in der Sonne vor sich hinschmelzendes Kaugummi, in die Länge gezogen. Zumindest blieb mir der neben Niki Lauda tänzelnde Kai Ebel erspart. Zumindest für Samstag. Ist auch etwas. Mann muss lernen die Kleinigkeiten zu würdigen. So.


Das Rennen
Es tut mir wirklich leid das sagen zu müssen, aber es war langweilig. Ich freue mich immer auf Valencia, weil es in Spanien ist und ich mag Spanien. Und ich denke, dass man mehr aus diesem Straßenrennen machen könnte. Sollte. Müsste. Viel mehr. Es ist alles da, es muss nur richtig angepackt werden und dann kann das Europa GP zum echten Highlight werden. Ich bin davon überzeugt. Ich glaube daran. Ich hoffe darauf.



Bis jetzt ist es allerdings noch nicht passiert, denn das Rennen war wie seine Vorgänger: Öde. Am meisten liegt es natürlich daran, dass es in Valencia keinerlei Überholmöglichkeiten gibt. Dann fährt man nur im Kreis und … Eben.


Es fing schön mit der Startaufstellung an. Vettel, Webber, Hamilton. Wie oft hatten wir es schon in der Saison 2010? Oft genug. Wenn nicht so, dann in verschiedenen Variationen. *Gähn*


Aber gut, die Jungs sind gestartet und … sind halt gefahren. Und dann … Es tat sich was! Mark Webber, der Teamkollege des glücklichen Siegers, lieferte die Szene des Tages. Der Australier fuhr beim Überholen von Heikki Kovalainen auf den Lotus auf, hob ab wie eine Rakete, überschlug sich und krachte auch noch mit hoher Geschwindigkeit in die Reifenstapel. Wie durch ein Wunder konnte er aber selbst aus dem Wrack steigen - völlig unverletzt!



Safety Car raus. Safety Car wieder rein. Alles beim Alten. Aber kurz danach beschwerte sich Fernando Alonso per Funk, dass ihn Hamilton angeblich behinderte und dass es überprüft sein müsse. He? Keiner hat etwas gesehen … Aber da! Tatsächlich! Lewis Hamilton war wieder ein böser Junge und hat das Safety Car überholt! Und das darf man nicht. Der Alonso, nö? Der sieht ja auch aber alles, der Fuchs. Dieses Vergehen wurde dann von den Stewards überprüft, aber es dauerte ganze 12 Runden, bis Lewis die Strafe bekam: nur eine Drive-Through-Penalty. Viel zu mild, meiner Meinung nach. Aber es ist ja Lewis Hamilton, das kennen wir. Die Strafe kam viel zu spät und so konnte der Engländer einen Vorsprung rausfahren und verlor keinen Platz: Er blieb Zweiter. Klingt komisch, war aber so. Alonso regte sich mächtig auf, auch nach dem Rennen, und ich verstehe seinen Punkt, aber wenn man so darüber nachdenkt … Es hätte ihm nicht viel mehr geholfen. Podium gäbe es sowieso nicht.


Was danach passierte weiß ich nicht, denn ich bin eingeschlafen. Ich war müde, das Rennen war öde und – wie es sich so schön reimt – Pufff! Auf einmal war ich weg. Der Klang der deutschen Hymne weckte mich auf. Wie langweilig das Rennen war, so langweilig war auch das Ergebnis.


Und … mit Schreck musste ich feststellen, dass Adrian Sutil immer noch auf dem zehnten Platz in der Gesamtwertung liegt. Kann mir das jemand erklären? Wie eine Zecke hat er sich da eingenistet und gibt es nicht mehrt los! Die anderen Fahrer wechseln ihre Plätze hin und her, rauf und runter, kreuz und quer. Nur der Adrian, ne, der ist immer noch auf P10. „Was die anderen machen, ist mir wurschd“, sagte er vor dem Race. Das erklärt ja Vieles. Schön, dass er so gelassen ist und das Leben so gelassen sieht. Ich wünschte … Aber das wäre schon wieder zu weit vom Thema …


Der Sieger
Fünf Rennen lang musste Sebastian Vettel auf seinen zweiten Saisonsieg warten. In Valencia war es so weit: Von der Pole Position fuhr der Red Bull Pilot einen nur in der ersten Runde gefährdeten Sieg ein. In den letzten Runden kam Hamilton zwar noch einmal näher, aber da schonte der Deutsche bereits das Auto. Nur am Start musste er kurz zittern. Lewis Hamilton erwischte den besten Start, zog an Webber vorbei und griff in der ersten Kurve auch Vettel an - dort war jedoch kein Platz, die beiden berührten sich leicht und Hamiltons Frontflügel nahm Schaden. Vettel schlitterte haarscharf an der Mauer entlang, blieb aber in Führung. Dahinter schnappten sich sechs weitere Fahrer den Mark Webber.



Sebastians Freude war groß, mein Gähnen noch größer … errrr … breiter. So sagt man es. Es sei ihm gegönnt, ich will und soll nicht missverstanden werden. Aber mir persönlich hätte eine andere Fahrer-Podium-Konstellation gefallen.


Aus deutscher Sicht war es also ein perfektes Wochenende in Valencia.


Aus meiner: Soll ich froh sein? Pienso, que no! Estoy segura que no! Vom P4 gestartet und auf P8 (eigentlich auf P9, aber paar Fahrer wurden nachträglich bestraft) gelandet. Zu Hause. Na toll …


In der Weltmeisterschaft sieht es nach neun von 19 Rennen so aus: Hamilton weiterhin an der Spitze (117), dann folgen Button (121), Vettel (115), Webber (103) und Alonso (98). Kubica verbesserte sich auf Rang sechs (85) dahinter folgt Nico Rosberg (75) und Felipe Massa (67). Die Top Ten runden Michael Schumacher (34) und Adrian Sutil (31).


Bei den Konstrukteuren liegt weiterhin McLaren (248) vor Red Bull (218), Ferrari (165) und Mercedes (108) vorn.

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