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Mittwoch, 2. Juni 2010

Es kommt darauf an ...

Das Gejammer nach dem GP in Bahrain war groß – die Formel 1 ist langweilig geworden, das neue Punktesystem für den A*** und überhaupt, ohne Regen wird es eine große *Gähn*Saison. Das meinten die selbst- und vom Volk ernannten Experten. Nach einem Rennen in der Wüste, wo es nichts anderes außer Sand, Sand, Sand, Sand, einer Rennstrecke, Sand, Sand, Sand, einem Hotel, Sand, Sand, (oho!) einem Kamel, Sand, Sand … und so weiter bis ins unendliche, gibt, war es auch ein wenig übereilt. Kann man aber auch irgendwie verstehen, denn nach dem ersten Saisonrennen wusste niemand, was zu erwarten ist. 
Er wusste worauf es ankommt: "Du mussen gucken gut!" - Flavio Briatore 
Aber das vergangene Rennen in der Türkei als atemberaubend zu bezeichnen? Freunde, das ist wohl zu viel des Guten, wa‘? Es war spannend, aber nur an der Spitze des Feldes und dahinter passierte leider nicht viel. Die Fab Four des Rennens (Webber, Vettel, Hamilton, Button) haben sich einen tollen Kampf geliefert. Teamkollege hin oder her – es wurde gepusht und versucht und gemacht und getan. Kurzum: Racing vom feinsten. 
Was war ab Platz 5 los? Nun … 2.Runde: Buemi fährt mit Plattfuß an die Box, Sutil überholt Kamui Kobayashi. In den Runden 10, 11, 15, 16 und 27 haben die Jungs die Reifen gewechselt. 21. Runde: Glock hat Senna überholt. Für Trulli und Kovalainen endete das GP bereits. In der Runde 35. Alonso hat Petrov geknackt, der sich dabei den Platten einfing und an die Box musste. Somit war Kobayashi und das Sauber Team wieder in den Punkten.
Stichwort: Sauber. Wenn man ein Fan dieses Teams ist, war das Türkei-GP wirklich spannend. „Das Rennen war ein ständiges Auf und Ab, zu Beginn lag Kamui auf Rang 10, dann fielen wir aus den Punkten, dann rutschten wir wieder hinein – nervenaufreibend“, sagte Peter Sauber nach dem Race. Klar, für die Saubers- und Sauber-Fans war es gar mehr dann das, denn es ging schließlich um die ersten Punkte in der Saison 2010. Für die Lotus, Virgin und HRT Fans war es zum Beispiel nur enttäuschend. Die Toro Rossos waren in den 4 Läufen vor Türkei unter den fünf schnellsten, deshalb wurde auch einiges erwartet, aber leider gingen diesmal beide Fahrer leer aus. Dennoch war es gerade für Jaime und seine Fans auch nicht ganz langweilig: Die Punkte verpasste der Katalane nur knapp. Die Williams‘? Durchwachsen. Force India? Adrian Sutil fuhr ein fehlerfreies Rennen und schaltete in der 49. Runde gar sein Hirn ein (!) – er nutzte Kamuis Reifenprobleme aus und zog an dem Japaner vorbei. Na, wenn das kein Fortschritt ist …
Wen haben wir da noch? Renault – wieder eine tolle Leistung von Kubica (P6) und hätte Petrov das Duell mit Alonso überstanden, könnte er auch in den Punkten landen. Für alle Renault-Fans war es also nicht übel. Ferraristi? Nun, nervenaufreibend war es, muss man zugeben. Vor allem wenn die Regenmeldung kam, weil man nur darin die letzte Hoffnung sah, um irgendwie mit Gesicht aus der Türkei abzureisen. Jetzt können die Roten nur ihren Kopf in den Sand stecken. Auf keinen Fall Loddar Matthäus‘ Rat befolgen und „Sand IN den Kopf stecken.“ Sonst wird das nichts mit dem Titel …
Wäre da also nicht das McLaren-Red-Bull-Duell und der Krach in der 40. Runde, wäre es ein ganz normales, eher entspanntes Rennen. Die Diskussion über die Langeweile in der Formel 1 ginge wieder los. Aber Der Seb hat uns gerettet. Dank des Zoffs zwischen den Bullen haben wir ein neues und endloses Thema. Apropos Team und Zoff … Der jüngere von den beiden Bullen könnte etwas von einem alten Hasen im Paddock lernen: Pedro de la Rosa. Wie und warum? Kamui lag auf P10 und hatte ein WM-Punkt vor den Augen. Sein Teamkollege Pedro fuhr auf der Position 11 hinterher: „Ich hatte die Reifen geschont und hätte zum Schluss angreifen können. Aber vor mir lag Kamui, da mache ich sicher keine Dummheiten“. Ist das nicht schön? Statt dessen schirmte der Spanier seinen Kollegen klug gegen den immer näher aufruckenden Jaime Alquersuari ab. Wenn das kein Teamwork ist! Denken und mitdenken! Erinnert sich noch jemand daran, wie Giancarlo Fisicella während eines Unfalles den vor ihm liegenden Fernando Alonso (damals beide im Renault) schützen wollte und sich so querstellte, dass der Teamkollege verschont blieb und weiterfuhr? Weil es um die Punkte ging. Lieber Sebastian, lerne Du von den Richtigen!

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