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Montag, 31. Mai 2010

GP Türkei – Red Boom!

Lewis Hamilton holte seinen ersten Saisonsieg vor Teamkollegen Jenson Button. Die Red Bulls zofften sich auf der Strecke und Ferraris fuhren dem Ganzen nur hinterher. 
Lewis Hamilton widmete den Sieg seinem Vater Anthony, der am Montag Geburtstag hat. Ein wahrhaft perfektes Timing und ein perfektes Geschenk. Jenson Buttons Vater sah als Grid Girl zwar toll aus, aber sein Lächeln mag vor dem Rennen breiter gewesen zu sein als danach. „Niemand fährt ein Rennen, um Zweiter zu werden“, meinte der Button jr. Ja, das mag wohl stimmen. Aber besser Platz zwei als zum Beispiel die Plätze 7 und 8 den beiden Ferraris. Von Widmung wird hier keine Rede sein. Die Jubiläumsfeier zum Grand Prix Numero 800 sollte ein Kracher sein und ein Sieg die Krönung. Tsja … Jeder von uns hat schon mal ein hässliches und nutzloses Geschenk zu Geburtstag bekommen. Aber in der Formel 1 gibt es keine Umtauschgarantie …

Die Qualifikation
Am Samstag fuhren die Red Bulls mal wieder in der eigenen Welt. Siebtes Qualifying, siebte Pole Position und das dritte Mal in Folge für den gleichen Fahrer: Mark Webber. Mit der Zeit von 1:26.295 Minuten fuhr er die schnellste Zeit des Qualifyings.
Webbers Teamkollege Sebastian Vettel startete hinter Lewis Hamilton von Platz 3. Ein Fahrfehler hat den Deutschen den zweiten Platz gekostet. Die zweite Startreihe komplettierte Jenson Button. Startplatz 5 ging an Michael Schumacher, der seinen Teamkollegen Nico Rosberg auf P6 verdrängte - in den Schlusssekunden des Qualifyings verursachte Schumacher eine gelbe Flagge, weil er in der berühmt berüchtigten Kurve 8 einen Dreher machte. Die Top-10 komplettieren Robert Kubica, Felipe Massa, Vitaly Petrov und Kamui Kobayashi.
Die große Überraschung des zweiten Qualifyings war Fernando Alonso. Der Ferrari-Pilot machte auf der entscheidenden Runde einen Fehler (Hello again … in der Kurve 8) und kam nicht über Platz 12 hinaus. Somit verfehlte er zum zweiten Mal in Serie das Q3 - zur Erinnerung: In Monaco konnte er gar nicht am Qualifying teilnehmen, weil er im 3. Freien Training einen Unfall hatte und das Auto zu stark beschädigt war, um es rechtzeitig für die Qualifikation zu reparieren.
Während Kamui Kobayashi den letzten Top Ten Platz für sich ergattern konnte, musste sich Pedro de la Rosa mit P13 zufriedengeben. Die besten Rookies waren erneut die Lotus-Fahrer Jarno Trulli und Heikki Kovalainen (19+20). Der zweite Force India Pilot, Vitantonio Liuzi, wurde nur 18. Die Williams Piloten schieden beide im Q2 aus: Rubens Barrichello wurde 15. vor seinem Teamkollegen Nico Hülkenberg (17). Für Virgin war es wieder ein 20 minutiger Einsatz: Timo Glock wurde 21. und Lucas di Grassi 23. Die Toro Rossos haben auch keine Hörner gezeigt: Sebastien Buemi ging vom Platz 14 ins Rennen und Jaime Alquersuari vom P16. Das HRT Team hat mal wieder am schlechtesten abgeschnitten: Platz 22 für Bruno Senna und ganz am Ende des Feldes gesellte sich der Inder Karun Chandhok.

Das Rennen
Das hat sich Mark Webber ganz anders vorgestellt. Den Hattrick wollte er mit einem Sieg perfekt machen. Und bis zur Runde 40 konnte er ihn quasi riechen. Doch dann passierte der Schocker des Rennens: Sein Teamkollege Sebastian Vettel setzte zum Überholmanöver an und kollidierte mit Webber! Beide drehten sich von der Strecke, Vettel schied aus, der Australier konnte nach einem Notboxenstopp und Frontflügelwechsel weiterfahren und Platz 3 ins Ziel retten. Immerhin das Beste draus gemacht. Sebastian Vettel hatte gepokert, viel riskiert und verloren. Zero Points vor Heppenheim in this race. Die Aufregung war groß, nicht nur im Hause Red Bull. Nur Mark Webber zeigte sich relativ gelassen und schien eigentlich zufrieden mit dem dritten Platz. Sebastian Vettel meinte er sei nicht schuldig … Die Experten wiederum was anderes … Es scheint, als ob uns diese Geschichte noch ein wenig beschäftigen wird. 
 Und aus die Maus: Sebastian Vettel 
Vom Unfall abgesehen war es ein relativ farbloses Rennen. Die Red Bulls und McLarens haben sich and er Spitzen zwar einen harten Kampf geliefert, aber dahinter passierte nicht viel. Die größte Spannung brachte die Wettervorhersage: Es sollte bald regnen. Nun, das hat es auch. Aber nicht in der Türkei …
Alle die auf ein wenig Wasser auf der Rennstrecke, und damit verbundene mögliche Punkte hofften, wurden enttäuscht. Lewis Hamilton gewann das Rennen vor dem Teamkollegen Jenson Button. Ein gutes Wochenende für McLaren und ebenfalls ein gutes Ergebnis für die Ex: Mercedes GP. Michael Schumacher und Nico Rosberg fuhren die Plätze vier und fünf rein. Nico bekam zwar relativ früh Probleme mit den Reifen, konnte aber weiterfahren.
Robert Kubica sammelte für Renault Punkte auf Platz 6 - vor Felipe Massa, Fernando Alonso, Adrian Sutil und Kamui Kobayashi. Vitaly Petrov verlor einen sicheren Punkteplatz kurz vor Rennende nach einer leichten Berührung mit Fernando Alonso. Der Russe musste danach wegen eines Reifenschadens an die Box fahren. Mehr als Platz 15 blieb für ihn nicht übrig. Dennoch muss man den Russen nicht beschimpfen und als blöde bezeichnen. Immerhin war es ein Duell mit dem Doppelweltmeister. Gut, er hat die Situation zugelassen, aber immerhin nicht nachgegeben und das ist immer schön zu sehen. Es ging doch in die Hose, aber … Zumindest wird sich der Vitaly jetzt vergebener Möglichkeit wegen nicht in den Arsch beißen müssen.  
Die einzigen Ausfälle des Rennens waren die beiden HRT von Karun Chandhok und Bruno Senna, Vettel und die zwei Lotus-Fahrer Heikki Kovalainen und Jarno Trulli, die beide mit einem Hydraulikdefekt ausfielen. Den letzten Platz belegte der usual Suspekt: Karun Chandhok hinter den beiden Virgin-Piloten Glock und di Grassi (Plätzen 18 und 19). De la Rosa musste sich erneut seinem Teamkollegen geschlagen geben: Mehr als Platz 11 war nicht drin. Dennoch Respekt für die Saubers die ein ziemlich gutes Ergebnis abgelieferten. Nicht überzeugen konnte Nico Hülkenberg, der zwar ein paar gute Manöver hatte, aber zum guten Ergebnis verhalfen die nicht: nur Platz 17 für den Deutschen hinter dem Teamkollegen Barrichello (14). Jaime Alquersuari verpasste die Punkte knapp (12.Platz), aber das teaminterne Duell ging auf seine Rechnung: nur P16 für Sebastien Buemi. 

Der Sieger 
So ausgelassen wie Mark Webber in den letzten Wochen hat Lewis Hamilton nicht auf dem Podium rumgehüpft. Eher britisch cool. Ein breites Grinsen war schon zu sehen, aber … Nach dem Rennen verriet Lewis, er hätte sich mehr gefreut, wenn er das Rennen aus eigener Kraft gewann. Im Duell und so … Ein spannendes Duell gab es auch gegen Jenson Button und der Gewinner stand dann auch auf dem Podium, aber anscheinend war dies nicht genug. Jenson Button war auch ein wenig knautschig und unzufrieden mit dem zweiten Platz. Was ist den los mit den Britons? Mensch, freut euch doch!
Am Ende widmete Lewis sein Sieg dem Vater Anthony, der am Montag seinen Geburtstag feiern wird. Eine Feier wird es also doch geben. Abschließend kann man sagen: Wo zwei sich streiten, freut sich der Brite.
Aus deutscher Sicht: Es konnte ein perfektes Rennen werden, am Ende muss man sich nur mit den Plätzen 4, 5 und 9 zufriedengeben. Was auch nicht schlecht ist. Aber es gibt halt immer ein „aber“. Und aus meiner Sicht: …
Und ... Adrian Sutil ist immer noch Zehnter in der Gesamtwertung. Hat ein fehlerfreies Rennen gefahren. Ich denke, ich bekommen Kopfschmerzen …

In der Fahrer-WM führt immer noch Mark Webber (93 Punkte) vor Jenson Button (88). Dahinter folgen Hamilton (84), Alonso (79), Vettel (78), Kubica, Massa (je 67) und Rosberg (66). Die Top Ten runden Michael Schumacher mit 34 und Adrian Sutil mit 22 Punkten ab.
Bei den Konstrukteuren führt jetzt McLaren (172) vor Red Bull (171), Ferrari (146) und Mercedes (100). 

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