Drei Einläufe und zwei Poles hat Sebastian Vettel gebraucht, um in Malaysia endlich auf den höchsten Treppchen zu landen. Sein Teamkollege Mark Webber holte gestern die Pole, wurde heute aber „nur“ Zweiter, vor Nico Rosberg, der den historischen (weil den ersten Podestplatz für das Team überhaupt) dritten Platz für Mercedes GP reingefahren ist.
Der strahlende Sieger: Sebastian Vettel
Ein historisches Rennen auch, weil Adrian Sutil es in das Ziel geschafft hat und so gar die fünfte Position holte. Auf der Strecke verhielt er sich brav, lies die anderen in Ruhe und baute keinen Mist. Mit den Ausfällen hatte er diesmal nichts zu tun. Es sein ihm gegönnt, er fuhr ein tolles Rennen und wir wollen es hoffen, dass es der Anfang vom Ende des –Mistbauens auf der Strecke war …
Für einige, wie Pedro de la Rosa, endete es noch, bevor es richtig angefangen hat – Der Motor. Einige haben sich während dessen in regelmäßigen Abständen verabschiedet. Heikki Kovalainen, Vitaly Petrov, Timo Glock, Kamui Kobayashi; Michael Schumacher und Vitantonio Liuzzi hatten leider nicht so viel Glück. Und der größte Pechvogel fiel noch 1,5 Runden vor dem Ende raus. Es war derjenige, der noch in Bahrain am Pech des heutigen Siegers profitierte – Fernando Alonso. Diesmal hat sein Auto gestreikt – nachdem er rundenlang Jenson Button überrunden versuchte und es beinahe geschafft hätte, gab sein Motor kurz vorm Ziel den Geist auf. Schade, null Punkte in Malaysia.
Es war ein Rennen der Kleinen. Die Großen haben sich bereits im Qualifying selbst in die Karten gespielt und gute Startpositionen verschenkt. Die anderen wussten, zum Glück, damit etwas anzufangen.
Die Qualifikation.
Ein gewohntes Bild in Malysia: Kurz vor der Session fing es an zu schütten, wie aus den Kübeln. Nach drei Minuten wurde die dritte Session sogar wegen zu viel Wasser auf der Bahn unterbrochen.
Am besten kam mit den Bedingungen im letzten Qualifying der Australier Mark Webber zurecht. In 1:49.327 Minuten war er 1,3 Sekunden schneller als sein erster Verfolger Nico Rosberg auf Position 2. Das Erfolgsrezept des Australiers: Die Intermediates.
Webbers Teamkollege Sebastian Vettel startete neben seinem Landsmann Adrian Sutil aus der zweiten Reihe. Hinter Webber lagen mit Rosberg, Vettel, Sutil und Nico Hülkenberg vier Deutsche. Der fünfte Deutsche im Q3, Michael Schumacher, startete hinter Robert Kubica und Rubens Barrichello von Platz 8. Die Top10 rundeten Kamui Kobayashi und Tonio Liuzzi ab.
Felipe Massa, Lewis Hamilton, Fernando Alonso (P19) - die Liste der prominenten Opfer des ersten Qualifyings war lang. Auch Jenson Button landete im Regen im Kiesbett und konnte deshalb nicht am zweiten Qualifying teilnehmen. Mehr als Startplatz 17 gab es für den amtierenden Weltmeister also nicht.
Gleich drei der vier Topteams begingen den Fehler, zu lange zu warten, bevor sie auf die Strecke gingen – ein normales Prozedere, dass in normalen (sprich: trockenen) Verhältnissen immer aufgeht. Nicht diesmal. McLaren, Mercedes GP und Ferrari rechneten damit, dass der Regen nachlassen und die Strecke besser werden würde, aber stattdessen wurden die Bedingungen immer schlechter. Die Fahrer schwammen und drehten sich kreuz und quer über die Strecke, Alonso legte sogar einen sensationellen 720-Grad-Donut-Dreher hin. Sebastian Vettel hingegen hatte den Riecher und ging früh genug auf Zeitenjagd. Michael Schumacher und Nico Rosberg hatten auch Glück: Sie schlüpften gerade noch so ins Q2.
Nach der Session meinten „die Opfer“, dass die Wettervorhersage nicht die beste gewesen sei, und man wusste nicht wirklich, ob es nur regnen wird oder nicht.
"Wir haben uns verrechnet und gedacht, es hört nach fünf Minuten auf zu regnen. Das hat es auch ganz kurz, aber dann, als wir draußen waren, hat es wieder angefangen - dann ging nix mehr," meinte Fernando Alonso.
Neben den Topfahrern verabschiedeten sich auch Jarno Trulli, Karun Chandhok, Bruno Senna und Lucas di Grassi im ersten Abschnitt. Timo Glock schaffte mit einer frühen Runde als erster Virgin-Fahrer den Sprung ins Q2, was eine richtige Überraschung war. Auch Heikki Kovalainen kam in Runde 2.
"Was soll's? Das Rennen ist morgen und auch die Punkte gibt es erst morgen," sagte Alonso noch zum Schluss. Nun … Nicht nur der Spanier hoffte auf Regen und das damit verbundene Chaos. Und nicht nur er wurde enttäuscht. Denn der Sepang-Circuit am Sonntag Nachmittag war ein ganz anderer als der vom Samstag …
Das Rennen.
Ein ungewohntes Bild: Kein Regenrennen in Malaysia. Trotz des vorhergesagten Regens schien in Malaysia die Sonne. Dennoch war das Rennen alles andere als langweilig, aber nur deswegen weil das Wetter es schon gestern geschafft hat, das Startfeld ordentlich aufzumischen und die Top-Teams, wortwörtlich, nach hinten wegzuspülen. Kommt also eigentlich auf das Gleiche hinaus.
Man kann sagen, dass Sebastian Vettel das Rennen schon am Start gewonnen hat in dem er einen tollen Start hingelegt und Mark Webber gleich hinter sich ließ. Danach musste er nur noch die Kontrolle bewahren und das Auto heil ins Ziel bringen. Was ihm endlich gelungen ist, nach den zwei Ausfällen in den zwei vergangenen Rennen. Neben dem Red Bull-Duo Vettel und Webber stand Nico Rosberg als Dritter auf dem Podium. Der Deutsche holte den ersten Podestplatz für das neue Mercedes-Werksteam.
Knapp am Podium vorbei fuhr der Zweite von Australien, Robert Kubica, der vor Adrian Sutil den vierten Platz belegte. Dahinter reihten sich die McLaren- und Ferrari-Piloten ein, die das Rennen nach einem Strategiefehler im Qualifying aus dem hinteren Drittel der Startaufstellung in Angriff nehmen mussten.
Lewis Hamilton fuhr knapp hinter seinem Freund Sutil auf Platz 6, Felipe Massa und Jenson Button holten die Plätze 7 und 8. Der Letztere musste rundenlang wegen Fernando Alonso ziemlich stark schwitzen, denn noch bis zwei Runden vor Schluss lag der Asturier direkt hinter Button und war immer in Schlagdistanz. Zwei Mal hatte er es fast geschafft, den Britten zu überholen, der konterte aber immer sehr geschickt. Nach dem letzten Angriff auf den Briten schied Alonso mit einem rauchenden Ferrari aus. Schluss. Aus. Vorbei.
Alonso startete von P19 und legte eine tolle Aufholjagd und wäre da nicht der Schaden, wäre der Platz 9 sicher drin gewesen.
Die letzten Punkte erkämpfte sich Jaime Alguersuari im Toro Rosso und Nico Hülkenberg. Der junge Spanier zeigte wieder gleich mehrere starke Zweikämpfe und Überholmanöver im Duell mit Vitaly Petrov und Hülkenberg. Der Russe fuhr ein fantastisches Rennen. Frech und mutig duellierte er sich und kämpfte um seine Position mit Lewis Hamilton, die er dann leider doch abgeben musste, als sein Getriebe versagte. Dennoch, Petrov hat Großartiges gezeigt und ist einer von meinen MOTR (Man Of The Race). Der andere ist Jaime Alquersuari, deren Moves und Tricks im Duell mit Nico Hülkenberg waren einfach nur brilliant.
Sebastien Buemi fuhr ebenfalls ein gutes Rennen mit kompromisslosen Überholmanövern, kam aber nicht über Platz 11 hinaus.
Sebastien Buemi fuhr ebenfalls ein gutes Rennen mit kompromisslosen Überholmanövern, kam aber nicht über Platz 11 hinaus.
Die Duell-Könige des Rennens: Jaime Alquersuari und Vitaly Petrov
Die neuen Teams fuhren in Malaysia ein sehr aggressives Rennen. Timo Glock drehte sich und Jarno Trulli bei einem Angriff um, Heikki Kovalainen überholte Lucas di Grassi und schlitzte sich dabei den Hinterreifen auf - di Grassi verlor seinerseits Teile des Frontflügels. Für Glock war das Rennen nach der Kollision mit Trulli zu Ende.
Ähnlich dem Pech ausgeliefert wurden die Sauber-Piloten. Pedro de la Rosa blieb schon auf dem Weg in die Startaufstellung stehen und konnte nichtmal am Grand Prix teilnehmen. Sein Teamkollege Kamui Kobayashi rollte wenig später mit einem technischen Defekt aus. Das gleiche Schicksal traf Tonio Liuzzi der nach einem starken Rennen mit einem Getriebeproblem ausrollte.
In der Fahrer-WM führt nach drei von 19 Läufen Felipe Massa mit 39 Punkten vor Alonso (37), Vettel (37), Button und Rosberg (beide 35); Hamilton (31) und Kubica (30) folgen auf den Positionen sechs und sieben. Der gestrige Pole-Man belegt den Platz 8 (24). Bei den Konstrukteuren hat ebenfalls Ferrari (76) die Nase vorne, gefolgt von McLaren (66) und Red Bull (61).
Aus deutscher Sicht war es ein fantastiches Rennen, aus meiner wäre es fast ziemlich gut geworden.
Der Sieger.
Tanzend kam er auf das Podium rauf, der strahlende Sieger des Großen Preises in Malaysia, Sebastian Vettel. Und man freute sich mit ihm. Nicht nur deswegen, weil er vom Pech verfolgt worden ist, aber weil er echte Freude über den Sieg ausstrahlt. Wie schon erwähnt, sah Vettel den Schlüssel zum Erfolg in der guten Pace und dem Reifenschonen zu Rennbeginn, sodass er vor den Boxenstopps noch einmal schnelle Runden fahren und Webber hinter sich lassen konnte.
Doppelte Freude im Red Bull Team.
Sein Jugendidol, Michael Schumacher, musste sich schon nach paar Runden wegen einer fehlenden Radmutter aus dem Rennen verabschieden. Dennoch gab es sich entspannt und, das staunt die Nation, lachte und scherzte von den Kameras. So kennt man den Schumi überhaupt nicht!
Niki Lauda ist immer noch davon überzeigt, dass Der Michael noch zurückschlagen wird: „Er wäre sonst nicht sieben Mal Weltmeister geworden, hätte er all die Nüsse nicht geknackt“, meinte die Fornel-1-Legende. Herr Lauda irrt sich selten, aber diesmal tat er es wirklich. Den im Feld fährt noch eine Nuss mit, die Schumacher nicht knacken konnte: Fernando Alonso …
In zwei Wochen sehen wir uns wieder in China.




Ah...wie Schade für deinen Alonsito... (:
AntwortenLöschenTja, man kann halt nicht alles haben. Da ist der Kotzbrocken M.S rausgefallen und doch kann man sich nicht freuen ... Abe was sols, in China wird's besser laufen. :)
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