In der F1-Saison 2010 wimmelt es in der Boxengasse von neuen Gesichtern. Deshalb werde ich mich in den kommenden Tagen mit den einzelnen Porträts aller Fahrer beschäftigen. Jeden Tag werde ich einen Fahrer vorstellen und seinen Werdegang analysieren. Die zwölfte Folge widme ich dem spanischen Routinier: Pedro de la Rosa.
Der ewige Testfahrer bei McLaren-Mercedes konnte sich für 2010, dank dem Widereinstieg des Sauber Teams, endlich einen „echten“ Cocpit ergattern. Die wichtigste Frage lautet jedoch: Für wie lange?
"Ich habe meine Motivation für die Arbeit als Testfahrer immer aus dem festen Glauben an mein Comeback als Rennfahrer gezogen", sagt de la Rosa. So hat er auch die Saison 2009 überstanden: "Mit dem Einsetzen des Testverbots während der Saison war ich zum Zuschauen verdammt", erinnert er sich, "das war mental ein sehr hartes Jahr für mich."
Früher saßen Testfahrer oft mehr am Steuer als die Rennfahrer; dennoch bleiben die Grands Prix, bei denen er einspringen musste, für de la Rosa die Höhepunkte dieser Zeit - vor allem der Große Preis von Bahrain 2005, als er kurzfristig ins Cockpit bestellt wurde und nach zwei Jahren Pause mit der schnellsten Rennrunde auftrumpfte. Ein Jahr später nutzte Pedro seine Rolle als Ersatzmann, um seinen ersten Podestplatz einzufahren: Er wurde 2006 Zweiter beim Großen Preis von Ungarn.
Erfahrung ist ein Schatz, den er mit in sein neues Team bringt. Das weiß auch Peter Sauber, der schon lange mit dem Spanier Kontakt pflegte und ihn über den Fortgang der Dinge bezüglich des Teams und dessen Zukunft auf dem Laufenden hielt.
Zu den Dingen, die de la Rosa im Laufe seiner Karriere gelernt hat, gehört die Erkenntnis, dass Talent allein nicht alles ist. Er ist ein harter Arbeiter. Und neben Fleiß und Motivation hilft ihm seine Intelligenz. De la Rosa gilt als einer der Piloten mit der größten Aufnahmekapazität in Sachen Technik und er ist sich auch der wirtschaftlicher und geschäftlicher Zusammenhänge in der Formel 1 sehr bewusst.
Dass er sein Wirtschaftsstudium seinerzeit zugunsten des Rennsports abgebrochen hat, bereut er nicht. Dass er es bis heute nicht abgeschlossen hat, hingegen schon. Aber die Arbeit in der Formel 1 duldet eben keine Ablenkung.
De la Rosa kennt die Formel 1 seit 1998. Im Folgejahr stieg er vom Testfahrer zum Rennfahrer auf. Seitdem hat sich viel verändert in diesem Sport, "aber nichts Wesentliches", schränkt er ein. "Damals wie heute ist die Essenz: Du musst schnell sein, und dafür brauchst du ein gutes Team, das voll und ganz hinter dir steht."
Pedro war kein Kind, das schon im Vorschulalter im Kart trainierte. Er betrieb sein Hobby akribisch und brachte es weit darin: Zwei Mal war er Europameister und einmal WM-Zweiter.
Nach verschiedenen Formelklassen in Spanien wurde der Aktionsradius rasch größer. England war das Land mit dem höchsten Wettkampfniveau. Die nächste Station der Weiterbildung folgte in Form von drei Jahren Rennsport in Japan, 1995 bis 1997. Er startete in der Formel 3, der Formel 3000 sowie der GT-Meisterschaft und holte alle drei Meistertitel. Damit war er reif für den Einstieg in die Formel 1.
Für 2010 wurde de la Rosa trotz seines Alters von mittlerweile 39 Jahren erneut als Stammpilot für ein Formel-1-Cockpit gehandelt. Diesmal allerdings bekam er es auch und sicherte sich das zweite Cockpit bei Sauber neben dem Japaner Kamui Kobayashi. Beim Saisonauftakt in Bahrain fiel der Spanier mit Hydraulikproblemen aus.
Fakten zur Person: (stand: 26.03.2010)
Geburtsdatum: 24.03.1971
Geburtsort: Barcelona (Spanien)
Wohnort: Zürich (Schweiz)
Stärken: - gibt präzises Feedback
- zweikampfstark
- sehr erfahren
Geburtsdatum: 24.03.1971
Geburtsort: Barcelona (Spanien)
Wohnort: Zürich (Schweiz)
Stärken: - gibt präzises Feedback
- zweikampfstark
- sehr erfahren
Karriereweg: - Spanischer Meister Formel Fiat Uno (1989)
- Spanischer Meister Formel Fiat Uno (1990)
- 4. Spanische Formel Renault (1991)
- 6. Britische Formel 3 (1993)
- Britischer Formel-3-Meister (1994)
- Japanischer Formel-3-Meister (1995)
- Japanischer Formel-Nippon-Meister (1997)
- Spanischer Meister Formel Fiat Uno (1990)
- 4. Spanische Formel Renault (1991)
- 6. Britische Formel 3 (1993)
- Britischer Formel-3-Meister (1994)
- Japanischer Formel-3-Meister (1995)
- Japanischer Formel-Nippon-Meister (1997)
Karriere in der F1: - Testfahrer Jordan (1998)
- Arrows (1999-2000)
- Testfahrer Prost (2001)
- Testfahrer Jaguar (2001)
- 13 Rennen für Jaguar (2001)
- Jaguar (2002)
- 1 Rennen für McLaren (2005)
- 8 Rennen für McLaren (2006)
- Testfahrer McLaren (2003-2009)
- Sauber (2010)
- Arrows (1999-2000)
- Testfahrer Prost (2001)
- Testfahrer Jaguar (2001)
- 13 Rennen für Jaguar (2001)
- Jaguar (2002)
- 1 Rennen für McLaren (2005)
- 8 Rennen für McLaren (2006)
- Testfahrer McLaren (2003-2009)
- Sauber (2010)
Formel1-Debüt: 07.03.1999 beim GP Australien / Melbourne
Im Alter von: 28 Jahren und 12 Tagen
Erste Punkte: Platz 6
Erster Sieg: 0
Erste Poleposition: 0
Im Alter von: 28 Jahren und 12 Tagen
Erste Punkte: Platz 6
Erster Sieg: 0
Erste Poleposition: 0
Weltmeistertitel: 0
Starts: 73
GP-Siege: 1
Punkte: 29
Schnellste Rennrunden: 1
Poles: 0
Starts: 73
GP-Siege: 1
Punkte: 29
Schnellste Rennrunden: 1
Poles: 0
Ich bleibe noch einen Tag lang in Spanien, genau gesagt in Barcelona, wo ich mich mit dem jüngsten Fahrer im Feld treffe, der auch bekannt ist als Jaime Alquersuari.
Zahlen: motorsport-total.com (am)

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