
Unglaublich, aber wahr: Nach Vietnam finanzierte das US-Militär eine New-Age-Armee, in der „Jedi-Krieger“ in übersinnlichen Methoden ausgebildet werden sollten - Disziplinen wie durch Wände gehen, Hellsehen und eben das todbringende Anstarren von Ziegen standen auf dem Stundenplan.„Männer die auf Ziegen starren“ ist eine Adaption des gleichnamigen Sachbuchs des britischen Journalisten Jon Ronson. Da sie aus einer Fülle von skurrilen Ereignissen und Interviews besteht, basiert das filmische Ergebnis aber nur vage auf dieser Vorlage. Drehbuchautor Peter Straughan musste also eine ganz eigene Story entwickeln. Dazu schrieb er einfach die lustigsten Episoden aus dem Buch heraus und ersann sich dann eine Geschichte, um diese zu verbinden. Dass sich der Film praktisch von einem skurrilen Ereignis zum nächsten hangelt, merkt man diesem durchaus an. Die aberwitzigen Begebenheiten, die Wilton nach dem Zusammentreffen mit dem Supersoldaten Cassady widerfahren, sind urkomisch. Die Szenen dazwischen sind hingegen oft unnötig. Neben dem Hauptplot haben Autor und Regisseur noch eine zweite Erzählebene eingebaut. Verortet in den Siebzigern und Achtzigern zeigen sie, wie Jeff Bridges‘ Charakter Bill Django nach einer Nah-Tod-Erfahrung der Frage nachgeht, inwieweit sich Kriege mit „Love & Peace“ gewinnen ließen. Schließlich gründet er protegiert von einem enthusiastischen Brigadegenerals (Stephen Lang) die Abteilung „New Earth Army“, in der Cassady und andere künftige Supersoldaten ausgebildet werden. Auch dieser Handlungsstrang wartet mit einer Fülle aberwitzigster Szenen auf.
Ein großer Vorteil dieses Filmes sind die Schauspieler. George Clooney ist sowieso immer großartig, wenn er sich selbst auf die Schippe nimmt. Sein Auftritt mit Old-School-Schnautzer, weit aufgerissenen Augen und bedeppertem Blick ist herrlich komisch. An die Kooperation mit den Spezialisten für schräge Figuren aus Minnesota erinnert auch der Auftritt von Jeff Bridges. Bill Django ist der „Dude“ aus "The Big Lebowski" mit mehr Energie und einer Militäruniform. Ewan McGregor hat den undankbarsten Part, da er im Gegensatz zu seinen Mitspielern nicht auf die Pauke hauen darf. Umso höher ist es ihm anzurechnen, dass auch die lustigen Momente seiner durch das Szenario stolpernden Figur funktionieren. Und mehr als oft hat man schon Mitleid mit ihm, wie man ihn da so mit der gebrochenen Nase rumlaufen sieht ...
Kevin Spacey streut als Unsympath wunderbar sarkastische Spitzen. Man muss schon sagen, dass er als Arschloch sehr überzeugend rüberkommt.
Noch im Vorspann heißt es: "More of this is true than you believe."
Aber wie viel Wahres an den geschilderten absurden Situationen dran ist, lässt sich nicht mit Gewissheit sagen. Aber solange sie von einem derart spielfreudigen Cast präsentiert werden macht es dem Zuschauer nur wenig aus. Der Humor des Filmes macht alles wett.
Von Björn Becher und Amanda Musch
0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen