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Samstag, 20. März 2010

Mark Webber: Das Porträt

In der F1-Saison 2010 wimmelt es in der Boxengasse von neuen Gesichtern. Deshalb werde ich mich in den kommenden Tagen mit den einzelnen Porträts aller Fahrer beschäftigen. Jeden Tag werde ich einen Fahrer vorstellen und seinen Werdegang analysieren. Die sechste Folge widme ich Mark Webber, dem  einzigen Australien und, mit seinen 33 Jahren, einem den ältesten Fahrer im Feld. Genau wie für seinen Teamkollegen, Sebastian Vettel,  war das F1-Jahr 2009 nicht schlecht, aber teamintern konnte er sich gegen den Deutschen nicht durchsetzten. Wie wird’s im diesen Jahr für den erfahrenen Routinier aus Down Under ablaufen? Time will show … 
Für Mark Webber hat sich der Formel-1-Einstieg beim Minardi-Team als echter Glücksfall erwiesen: 2002 konnte er im ersten Rennen vor heimischer Kulisse in Melbourne als Fünfter in die Punkteränge fahren, was eine gewaltige Sensation war, schließlich saß er im langsamsten Auto des Feldes. Obwohl ihm dieses Kunststück im weiteren Saisonverlauf nicht mehr gelang, bewies er immer wieder seine außerordentlichen Fähigkeiten.
Für die Saison 2003 verpflichtete das Jaguar-Team den in Queanbeyan geborenen Rennfahrer. Siebenmal konnte Webber in seinem ersten Jahr für Jaguar in die Punkte fahren und wurde mit 17 WM-Punkten Zehnter in der Fahrerwertung.
Entsprechend hoch waren die Hoffnungen vor der Saison 2005, in der Mark erstmals für Williams an den Start ging, doch diese konnte er nicht ganz erfüllen: Zwar war er im Qualifying um einen Tick schneller als sein Teamkollege Nick Heidfeld, doch im Rennen konnte der Speed nicht umgesetzt werden. Einige unglückliche Ausfälle kamen noch dazu. 2006 ließ Webber zwar mit einigen starken Performances aufhorchen - in Australien lag er zwischenzeitlich in Führung, in Monaco hätte er ohne Defekt auf das Podium fahren können -, doch das unzuverlässige Auto machte dem Australier einen Strich durch die Rechnung.
Auf Ratschlag seines Managers, Flavio Briatore, unterschrieb Webber für 2007 bei Red Bull Racing, wo er mit Renault-Motoren und einem Adrian-Newey-Chassis die Großen gelegentlich ärgern wollte. Dies gelang ihm jedoch nur am Nürburgring, wo er als Dritter in einem Regen-Grand-Prix auf dem Podium landete. 2008 war auch kein Mark-Webber-Jahr.
Nachdem Routinier David Coulthard seinen Rücktritt erklärte, erhielt Webber für die Saison 2009 mit dem jungen Deutschen Sebastian Vettel einen neuen Teamkollegen.
Ungünstigerweise zog sich Webber in der Winterpause bei einem Mountainbikerennen mehrere Knochenbrüche zu. Durch diesen Unfall war zunächst unklar, wie lange er ausfallen würde; sogar ein vorzeitiges Ende seiner Karriere schien möglich. Allerdings konnte sich Mark schnell erholen und bereits am ersten Saisonrennen in Australien wieder teilnehmen
Beim Großen Preis von China gelang den Red-Bull-Männern ein Doppelsieg, bei dem Webber hinter Vettel Zweiter wurde; gleiches war der Fall beim Großen Preis von Großbritannien in Silverstone. Und auch in der Türkei wurde Webber zweiter. Beim GP von Deutschland am Nürburgring startete der Australier erstmals von der Pole-Position und gewann das anschließende Rennen trotz einer Durchfahrtsstrafe. Mit seinem ersten Sieg im 130. Grand Prix löste er damit den Brasilianer Rubens Barrichello als Rekordhalter für die meisten Grand-Prix-Starts bis zum ersten Triumph ab; Barrichello hatte 124 Anläufe benötigt. Nach einigen Rennen, in denen Webber keine Punkte einfahren konnte, gelang ihm ein weiterer Sieg beim Großen Preis von Brasilien. Am Saisonende belegte der Australier den vierten Platz in der Meisterschaft.
 2010 blieb Webber zusammen mit Vettel bei Red Bull. Den Saisonauftakt in Bahrain beendete er als Achter.

Fakten zur Person:              (stand: 20.03.2010)

Geburtsdatum:                     27.08.1976
Geburtsort:                          Queanbeyan (Australien)
Wohnort:                              Kemmental (Schweiz)
Stärken:                                - Erfahrung
                                            - wenig Fehler
Karriereweg:                       - 1993 Sieger der New South Wales State Karting Championship
                                      - 1994 Meister australische Formel Ford
                                      - 1996 Sieger des Formel Ford Festivals in Brands Hatch
                                      - 1998 Vizemeister FIA-GT-Serie
                                      - 2001 Europäischer Vizemeister Formel 3000
Karriere in der F1:                 - 2002 Minardi
                                              - 2003–2004 Jaguar 
                                              - 2005−2006 Williams  
                                        - 2007–2010 Red Bull
Formel1-Debüt:                       Australien 2002
Erste Punkte:                          Platz 8
                                                Australien 2002
                                                Im 1. Rennen der Karriere
Erster Sieg:                             GP von Deutschland am Nürburgring  2009
Erste Poleposition:                  14.09.2008 beim GP Italien / Monza
                                                Im 21. Rennen der Karriere
Weltmeistertitel:                              0
Starts:                                           129
GP-Siege:                                       2
Punkte:                                        173,5
Schnellste Rennrunden:                 3
Poles:                                             1

Und morgen: Der siebenmalige Formel-1-Champ, Michael Schumacher, der nach drei Jahren Pause noch mal in den Cocpit gestiegen ist.

Zahlen: motorsport-total.com                                                                                                           (am)

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